Die Bundesfachschule

Die Bundesfachschule wurde 1953 vom Bundesinnungsverband für Orthopädie-Technik mit dem Ziel gegründet, eine fundierte und strukturierte Weiterbildung der Führungskräfte in der Hilfsmittelversorgung anzubieten. Sie nahm 1954 ihren Lehrbetrieb in Frankfurt/Main auf. 1972 übernahm der gemeinnützige Verein Bundesfachschule für Orthopädie-Technik e.V. die Trägerschaft. Seit 1981 kann sie ihre vielseitigen Aufgaben im eigenen Gebäude in Dortmund verwirklichen. 1998 wurde die Schulungsstätte durch Um- und Neubau modernisiert und erweitert. Im Juli 2012 begann das fünfjährige Projekt zur Weiterentwicklung der BUFA zum Kompetenzzentrum mit dem Schwerpunkt Orthopädie- und Rehatechnik nach den Richtlinien der Bundesregierung. Seit Wintersemester 2015/16 ist die Bundesfachschule Kooperationspartner der FH-Dortmund in der Bachelor- und Master-Ausbildung Orthopädie- und Rehabilitationstechnik. Heute hat sich die Bundesfachschule zum führenden Bildungszentrum für Technische Orthopädie, Rehatechnik und das Sanitätshaus entwickelt. An der Schnittstelle zwischen Handwerk und Wissenschaft zählt sie zu den zentralen Lehrinstituten der Orthopädietechnik weltweit.

8.1 Die Kompetenzfelder der Bundesfachschule

Der Meisterlehrgang bildet „das Herz der BUFA“. Ziel des Lehrgangs ist die Qualifizierung von Führungskräften in der Orthopädie- und Rehatechnik. Sie erwerben die Kompetenzen zum selbstständigen Führen eines Unternehmens und zur eigenverantwortlichen Versorgung von Patienten mit individuellen Hilfsmitteln. Neben dem BUFA-Zeugnis und dem Meisterbrief, der von der Handwerkskammer vergeben wird, kann das ISPO/WHO-Kategorie 1 Diplom erworben werden.

Die BUFA-Seminare umfassen das breite Spektrum der Orthopädie- und Rehatechnik. Sie bieten den Mitarbeitern in der Orthopädie- und Rehatechnik sowie der Sanitätshäuser auf den unterschiedlichen Qualifizierungsebenen die Möglichkeit, sich beruflich fortzubilden und weiter zu qualifizieren. Die Lehrgänge sind vom Schweizer Berufsverband der Orthopädietechnik (SVOT) und dem IQZ als zertifizierte Fortbildung anerkannt.

BUFA-International ist seit Gründung der BUFA Anspruch und Verpflichtung. Durch enge Kooperation mit internationalen Einrichtungen, Gesellschaften und Verbänden wie ISPO und INTERBOR wird der fachliche Transfer gepflegt. Ausbildungsprojekte der Orthopädietechnik in verschiedenen Schwellen- und nicht-industrialisierten Ländern werden durch Seminare sowie durch Vermittlung und Betreuung von Experten in den verschiedenen Arbeitsschwerpunkten begleitet.

Mit dem Bachelor- und Master-Studienprogramm Orthopädie- und Rehabilitationstechnik erweitert und ergänzt die BUFA ihr bestehendes Lehrangebot. Hier werden wissenschaftliche Methoden mit gewachsenen handwerklichen Strukturen verknüpft. Der BUFA-Meisterlehrgang ist integraler Bestandteil des Bachelor-Programms. Durch Studienarbeiten sowie Bachelor- und Masterarbeiten werden spezielle Fragestellungen der Orthopädie- und Rehatechnik untersucht.

8.2 Die Profilbereiche in Lehre und Anwendungsforschung

Das breite Spektrum der Orthopädie- und Rehatechnik wird an der Bundesfachschule durch Profilbereiche inhaltlich strukturiert und von hauptamtlichen Dozenten betreut.

  • Prothetik der unteren Extremität: Fuß-/ Unterschenkelprothetik; Knieexartikulations-/Oberschenkel-/Hüftexartikulationsprothetik
  • Prothetik und Orthetik der oberen Extremität
  • Orthetik der unteren Extremität/Fußeinlagen
  • Orthetik für Kopf, Hals, Rumpf
  • Bandagen, vorgefertigte Orthesen, Kompressionssegmente/-strümpfe
  • Sitzorthesen, Rollstühle, Rehatechnik
  • Messtechnik und Biomechanik

In diesen Profilbereichen werden die Kompetenzen zur Bearbeitung aktueller themenspezifischer Fragestellungen gebündelt. Die Ergebnisse fließen in die Lehre ein, werden auf Kongressen vorgestellt und in Fachjournalen veröffentlicht. Die Messtechnik und Biomechanik ist in Form eines Institutes organisiert.

8.3 Das Institut für Messtechnik und Biomechanik

Das Institut für Messtechnik und Biomechanik an der Bundesfachschule ist als Schnittstelle zwischen der praxisorientierten Berufsbildung und der akademischen Forschung und Lehre konzipiert. Auf der Basis tradierter Erfahrung im Verbund mit modernen Technologien eröffnen sich gänzlich neue Möglichkeiten, insbesondere in den Forschungsbereichen Messtechnik und Biomechanik, die die Hilfsmittelversorgung zukünftig prägen. Dabei ist der direkte Bezug zur Orthopädietechnik durch die Ansiedlung des Instituts unter dem Dach der BUFA sichergestellt.

Primäre Aufgabe des Instituts ist der Transfer von innovativen Technologien in die Unternehmen der Orthopädie- und Rehatechnik. Im Vordergrund des Interesses steht die Frage des Qualitätsnachweises von Hilfsmittelversorgungen. Ihre objektive Beantwortung erfordert die Messung und Analyse von Bewegungen, Kräften und Momenten beim Gehen oder bei der Benutzung eines Rollstuhls.

Das zweite Aufgabenfeld ist die Strukturierung der Erkenntnisse und Erfahrungen, die bei der Anwendung innovativer Technologien gewonnen werden und ihre Vermittlung an die Fachkräfte der Orthopädietechnik. Dazu werden aktuelle didaktische und methodische Konzepte entwickelt, erprobt und implementiert. Das Institut steht Allen offen, die Fragen zur Hilfsmittelversorgung haben, insbesondere Patienten, Kostenträgern und Leistungserbringern.

Der Studiengang Orthopädie- und Rehabilitationstechnik ist in der fachlichen Durchführung an das Institut angegliedert.

Im Rahmen einer Fördermaßnahme von BMBF und BMWI zur Weiterentwicklung der Bundesfachschule zum Kompetenzzentrum Orthopädie- und Rehatechnik konnte das Institut aufgebaut werden. Die Arbeit des Institutes ist eng verzahnt mit den bestehenden Fachgebieten der Bundesfachschule und ergänzt die bestehenden Tätigkeitsfelder.