BUFA Intensiv: BUFA-Meisterlehrgang

Der Vollzeitkurs schließt die Inhalte des Meisterberufsbildes in Teil I und II sowie die der höheren Fachprüfung des Schweizerischen Berufsbildes ein. Die Studierenden erwerben Expertenwissen und Handlungskompetenz zur eigenverantwortlichen Patientenversorgung.

Zugangsvoraussetzungen

  • abgeschlossene Schulbildung
  • abgeschlossene Berufsausbildung als Orthopädietechniker
  • mindestens einjährige Berufspraxis als Geselle
  • Aufnahmegespräch

Empfehlung zu durchgeführten Versorgungen vor dem Besuch der BUFA
Eigenverantwortliche Patientenversorgung erfordert Wissen und Erfahrung. Um in der zur Verfügung stehenden Unterrichtszeit den bestmöglichen Erfolg zu erzielen, empfehlen wir grundlegende Versorgungskenntnisse in den verschiedenen Versorgungsbereichen. Erfahrungen in einem Bereich können durchaus fehlende Kenntnisse in anderen Bereichen kompensieren. Die angegebenen Versorgungszahlen sind als Richtwert zu verstehen.

Tätigkeiten in Bereichen kennen gefertigt / abgegeben Versorgung durchgeführt
Prothetik
Hüftexartikulationsprothesen X
-OKB längsoval
-OKB queroval
5
Knieexartikulationsprothesen X
Unterschenkel kondylenübergreifend 5
mit Oberhülse
Fußprothesen X
Armprothesen OA – aktiv X
myoelektrisch X
UA – aktiv X
myoelektrisch X
Orthetik
Beinorthesen – Konfektion für OSG X
für Knie X
für Hüfte X
Lähmungsorthese 5
Korrekturorthese
Entlastungsorthese
Einlagen 10
Hüftdysplasie X
Armorthesen X
Handorthesen X
Rumpforthesen Leibbinden X
Mieder 5
Rahmenstützkorsett 5
Reklinationskorsett
Skoliosekorsett
Cervicalorthesen X
Rehatechnik
Sitzschalen 5
Rollstühle / Liftersysteme X
Sonstiges
Kompressionsstrümpfe 5
Bandagen X
Stoma / Inkontinenz X

Zeitplan

  • Mai/Juni des Vorjahres: Aufnahmegespräch
  • März: Vorkurs Mathematik, Physik, Chemie, Werkstoffkunde, Technisches Zeichnen
  • Mitte Januar bis Mitte März: Vorbereitung auf die Prüfungsteile III und IV. Diese Vorbereitung wird von der HWK Dortmund in der BUFA ganztägig durchgeführt. Die Anmeldung erfolgt bei der HWK-Dortmund. Die Teile III und IV können auch vor Besuch der BUFA an der HWK des Heimatortes/Arbeitsortes absolviert werden.
  • Anfang April – Januar des nächsten Jahres: Vorbereitung auf die Teile I und II der Meisterprüfung, BUFA-Zeugnis, ISPO/WHO-Diplom.
  • Dritte Januarwoche bis Ende Februar: Wer seine Meisterprüfung bei der Handwerkskammer Dortmund ablegen möchte, fertigt in den drei Wochen die Meisterstücke außerhalb der BUFA, in einem selbstgewählten Betrieb. Ende Februar findet die Abnahme der Meisterstücke und die mündliche Meisterprüfung durch den Meisterprüfungsausschuss der HWK Dortmund statt.

Aufnahmegespräch
Die ca. 30 minutigen Aufnahmegespräche dienen dem gegenseitigen Kennenlernen. Dabei ist es der BUFA wichtig, die bisherigen beruflichen Schwerpunkte, die beruflichen Ziele sowie die Erwartungen der Interessenten an den BUFA-Meisterlehrgang kennen zu lernen. Die Teilnehmer können so konkrete Hinweise zur Vorbereitung auf den Unterricht und einen individuell abgestimmten Weg zum Erreichen der angestrebten Meisterprüfung erhalten. Die Bewerber haben ihrerseits die Möglichkeit, offene Fragen zu klären und ihre Vorstellungen von der angestrebten Weiterbildung und den Anforderungen zu konkretisieren.

Inhalte
Abschnitt I: Mitte Januar bis Mitte März (Vorbereitung Meisterprüfungsteile III und IV):
ca. 350 Unterrichtsstunden (täglich 8 U.Std.) in den Fächern:

  • Rechts- und Sozialwesen
  • Wirtschaftslehre
  • Rechnungswesen (Teil III)
  • Berufspädagogik
  • Berufsausbildung (Teil IV)

Abschnitt II: Mitte bis Ende März
ca. 90 Unterrichtsstunden theoretischer Unterricht in den Fächern:

  • Mathematik, Physik, Chemie
  • Werkstoffkunde
  • Technisches Zeichnen

Abschnitt III: April bis Mitte Juli
ca. 750 U.Std. (wöchentlich 46 – 48 U.Std.) theoretischer Unterricht in den Fächern:

  • Anatomie
  • Biologie/Physiologie
  • Orthopädie/Pathologie
  • Biomechanik
  • Orthetik
  • Prothetik
  • Rehatechnik
  • Technische Orthopädie
  • Dokumentation
  • Gesundheitsrecht
  • Fachkalkulation
  • Qualitätsmanagement
  • Arbeitssicherheit
  • MPG
  • Vertiefungsunterricht Betriebs-, Werkstoffkunde, Technisches Zeichnen

Abschnitt IV: August bis Mitte Januar
ca. 960 U.Std. klinisch-praktischer Unterricht in den Fachgebieten:

  • Fertigungstechnik: Verarbeitung von Metall, Textilien, Thermoplasten, FVK, Silikon
  • Armorthetik/Armprothetik
  • Rumpforthetik: Mieder, Fixations- und Skolioseorthesen
  • Beinorthetik
  • Diabetesadaptierte Fußbettungen
  • Orthoprothesen
  • Hüftexartikulationsprothetik
  • Oberschenkel-Prothetik
  • Knieexartikulations-Prothetik
  • Unterschenkel-Prothetik
  • Fußprothetik
  • Rehatechnik, Sitzschalen
  • Messtechnik, Bewegungsanalyse

Im ersten, zweiten und dritten Kursabschnitt werden die Lehrinhalte in Form von Vorlesungen, Demonstrationen und Übungen vermittelt. Im vierten Kursabschnitt liegt der Schwerpunkt auf der klinisch-praktischen Anwendung der in der Theorie vermittelten Inhalte an Patienten.

Der Meisterlehrgang beinhaltet folgende BUFA-Fortbildungs- und Qualifizierungsseminare:

  • Arbeitssicherheit nach dem Unternehmermodell
  • Dekubitusprophylaxe und -therapie
  • Diabetesadaptierte Fußbettung
  • Ganzkörperlagerung
  • Lymphologische Kompressionstherapie
  • Sicherheitsbeauftragter MPG

Unterricht in Einrichtungen der Universitätskliniken
Die Meisterschüler nehmen, wenn es der Klinikablauf zulässt, in Kleingruppen an Sprechstunden der Orthopädischen Ambulanz der Orthopädischen Klinik des Klinikums Dortmund teil. Hier werden Versorgungskonzepte erarbeitet und Hilfsmittelversorgungen im Team besprochen. Ein Teil der anatomischen Unterrichte finden im Anatomischen Institut der Ruhr-Uni Bochum statt.

Abschlüsse
BUFA-Zeugnis
Die Meisterschüler legen – der BUFA-Prüfungsordnung entsprechend – ihre Prüfungen an der BUFA ab und erhalten bei erfolgreichem Abschluss ein BUFA-Zeugnis und nach bestandener Meisterprüfung das europäische Diplom.

Meisterprüfung
Des Weiteren können BUFA-Absolventen bei der Handwerkskammer Dortmund oder anderen Handwerkskammern, die einen OT-Meisterprüfungsausschuss eingerichtet haben, ihre Meisterprüfung ablegen.

Europäisches Diplom
Nach der EU-Richtlinie 2005/36/EG über die „Anerkennung von Berufsqualifikationen“ ist die Meisterprüfung im Orthopädietechniker Handwerk dem Niveau C zugeordnet. Dies entspricht einem Diplom nach einer postsekundären Ausbildung in einem reglementierten Beruf, welche im Allgemeinen die Berechtigung zum Hochschulstudium voraussetzt.

Mit dem BUFA-Abschluss und der bestandenen Meisterprüfung erhalten die Absolventen das Europäische Diplom des Bundesinnungsverbandes für Orthopädie-Technik, des INTERBOR/ISPO Education Committee und der Bundesfachschule, das dieses Niveau nachweist.

ISPO-Cat I-Zertifikat
Seit Februar 2005 erhalten die Absolventen, die die Bundesfachschule und die Meisterprüfung im Orthopädie-Techniker Handwerk erfolgreich abgeschlossen haben, das ISPO-Cat I Zertifikat. Das ISPO-Head-Office in Brüssel führt eine Liste der offiziell registrierten Categorie I-Absolventen.

Diplomierte(r) Orthopädist(in)
Der Schweizer Verband der Orthopädie-Techniker (SVOT), empfiehlt den Besuch der Bundesfachschule zur Vorbereitung auf die eidgenössische Diplomprüfung.

Weitere Informationen zur eidgenössisch höheren Fachprüfung für Orthopädisten/innen erhalten Sie beim Schweizer Verband der Orthopädie-Techniker, www.svot.ch, E-Mail: contact@svot.ch